Lektion 2 Verlässlichkeit, CSR und Unternehmenswerte

  • Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit sind Transparenz, Zuverlässigkeit und Authentizität für die Verbraucher:innen wichtig.
  • An Unternehmer:in wird hier ein hoher moralischer Anspruch gestellt, weshalb Unternehmer:innen ihre Vision, ihre Werte und ihre Mission gut ausarbeiten sollten, um kongruent wahrgenommen zu werden.
  • Unternehmer:innen sollten Transparenz zeigen und Unternehmensentscheidungen gut vertreten können.
  • Zu diesem Zweck ist eine SWOT-Analyse hilfreich, um sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden und eine professionelle Kommunikationsstrategie zu erstellen, die verschiedene Aspekte des Unternehmens umfasst.
    • SWOT steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Gefahren). Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie eine SWOT-Analyse für Ihr Unternehmen erstellen können.

Je größer das Vertrauen in ein Unternehmen ist, desto eher kommen die Kund:innen zurück oder empfehlen es weiter!

Die soziale Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) bezieht sich auf einen unternehmerischen Ansatz, der ethische, soziale und ökologische Überlegungen in die Geschäftstätigkeit und die Interaktion mit den Stakeholdern einbezieht. CSR geht über die traditionelle Ausrichtung auf die Gewinnerzielung hinaus und zielt darauf ab, positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt zu erzielen. Die wichtigsten Aspekte der CSR sind:

  • Soziale Verantwortung: CSR bedeutet, dass Unternehmen Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die Gesellschaft übernehmen – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch darüber hinaus. Das beginnt bei der gerechten Entlohnung und schließt die Berücksichtigung sozialer Fragen wie Armut, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Menschenrechte und Gemeindeentwicklung ein. Unternehmen können philanthropische Projekte unterstützen oder sich an Freiwilligenprogrammen für Mitarbeiter:innen oder Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen beteiligen, um zum sozialen Wohlergehen beizutragen.
  • Verantwortung für die Umwelt: CSR betont die Verpflichtung eines Unternehmens, seinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Dazu gehören die Verringerung von Abfall und Verschmutzung, die Schonung von Ressourcen und die Unterstützung von Umweltschutzmaßnahmen. Unternehmen können erneuerbare Energiequellen nutzen, umweltfreundliche Produktionsmethoden anwenden oder Treibhausgasemissionen reduzieren, um ihre Umweltbelastung zu verringern.
  • Ethische Geschäftspraktiken: CSR umfasst ethische Überlegungen im Geschäftsleben. Dazu gehören Integrität, Transparenz und Fairness im Geschäftsleben. Von Unternehmen wird erwartet, dass sie ethische Standards in Bereichen wie Lieferkettenmanagement, Arbeitspraktiken, Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung und fairer Handel einhalten.
  • Einbeziehung der Stakeholder: CSR beinhaltet die aktive Einbindung von Stakeholder:innen, darunter Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Lieferant:innen, Gemeinden, Investor:innen und Behörden. Unternehmen sollten die Interessen und Anliegen dieser Stakeholder:innen berücksichtigen und auf sie eingehen. Die Aufnahme eines Dialogs, das Einholen von Feedback und die Einbeziehung der Sichtweisen der Stakeholder:innen tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen, das gegenseitige Verständnis zu fördern und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
  • Langfristige Nachhaltigkeit: CSR konzentriert sich auf die langfristige Nachhaltigkeit von Geschäftspraktiken. Es geht darum, wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele in Einklang zu bringen, um den anhaltenden Erfolg des Unternehmens zu sichern und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. Unternehmen können nachhaltige Geschäftsmodelle einführen, Innovationen für nachhaltige Lösungen fördern oder Nachhaltigkeit in ihre Unternehmensstrategie integrieren.

Wie profitiert Ihr Unternehmen von CSR?

  • Verbessertes Renommee: CSR-Initiativen können den Ruf eines Unternehmens verbessern, indem sie sein Engagement für soziale und ökologische Verantwortung sichtbar machen. Dies kann zu einem besseren Markenimage, einer stärkeren Kundentreue und einer positiven öffentlichen Wahrnehmung führen.
  • Engagement und Bindung der Mitarbeiter:innen: CSR-Initiativen können Mitarbeiter:innen anziehen und binden, die durch die Werte eines Unternehmens und seine soziale Wirkung motiviert sind. Die Einbindung von Mitarbeiter:innen in CSR-Aktivitäten kann die Arbeitsmoral, die Arbeitszufriedenheit und die Loyalität steigern.
  • Wettbewerbsvorteil: Die Demonstration von sozialer und ökologischer Verantwortung kann einen Wettbewerbsvorteil darstellen, indem sie ein Unternehmen von seinen Konkurrenten abhebt. CSR kann Kund:innen anziehen, die Wert auf ethische und nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen legen.
  • Risikomanagement: Die Anwendung von CSR-Praktiken kann Risiken im Zusammenhang mit der Einhaltung rechtlicher, ethischer oder ökologischer Vorschriften mindern. Indem sie proaktiv auf gesellschaftliche und ökologische Belange eingehen, können Unternehmen das Potenzial für Reputationsschäden oder rechtliche Verpflichtungen verringern.
  • Innovation und Kosteneinsparungen: CSR kann zu Innovationen und Kosteneinsparungen führen. Unternehmen, die in nachhaltige Praktiken, Energieeffizienz, Abfallvermeidung oder Ressourcenschonung investieren, erzielen oft finanzielle Vorteile in Form von geringeren Betriebskosten und verbesserter Effizienz.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass CSR in die Kerngeschäftsstrategie und -kultur eines Unternehmens integriert werden sollte, anstatt als eigenständige Initiative betrachtet zu werden. Indem sie ihre Geschäftsziele mit den gesellschaftlichen und ökologischen Erfordernissen in Einklang bringen, können Unternehmen einen gemeinsamen Wert für sich und die Gesellschaft schaffen.

Es gibt mehrere gute und erfolgreiche Beispiele für grüne Marken, die nachhaltige Praktiken effektiv umgesetzt und sich als Vorreiter in Sachen Umweltverantwortung positioniert haben. Hier sind ein paar bemerkenswerte Beispiele:

  • Patagonia: Patagonia ist ein Unternehmen für Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung, das für sein starkes Engagement für ökologische Nachhaltigkeit bekannt ist. Das Unternehmen fördert aktiv den fairen Handel, verwendet recycelte und organische Materialien und investiert in erneuerbare Energiequellen. Patagonias Mission ist es, “das beste Produkt zu bauen, keinen unnötigen Schaden anzurichten und das Geschäft zu nutzen, um Lösungen für die Umweltkrise zu inspirieren und umzusetzen”.
  • Ecover: Ecover ist ein Pionier in der Branche für umweltfreundliche Reinigungsprodukte. Das Unternehmen stellt ökologische Reinigungs- und Waschmittel her, die biologisch abbaubar sind, aus erneuerbaren Ressourcen stammen und in wiederverwertbarem Material verpackt sind. Ecover hat sich der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils und der Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Reinigungsprodukten verschrieben.
  • Ben & Jerry’s: Ben & Jerry’s ist ein beliebtes Speiseeisunternehmen, das soziale und ökologische Belange in seine Geschäftspraktiken einbezieht. Das Unternehmen bezieht Fairtrade-zertifizierte Zutaten, unterstützt Familienbetriebe und setzt sich aktiv für Themen wie Klimagerechtigkeit und Gleichberechtigung der Ehe ein. Ben & Jerry’s nutzt seine Marke, um das Bewusstsein für soziale und ökologische Themen zu schärfen.

Diese Beispiele zeigen, dass erfolgreiche grüne Marken der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert einräumen, sie in ihre zentralen Geschäftspraktiken integrieren und ihre Werte den Verbraucher:innen wirksam vermitteln. Sie haben sich einen guten Ruf für ihre Umweltverantwortung erworben, die Treue ihrer Kund:innen gestärkt und eine wachsende Zahl von Verbraucher:innen angezogen, die Nachhaltigkeit und ethische Praktiken schätzen.

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